Gestaltung des Therapieprozesses - Grundlagen I
Structuring of the Therapy Process - Basics I
6 LPWiSeDE
Inhalte
Befund- und Untersuchungstechniken I Clinical Reasoning als physiotherapeutischer Prozess • Zusammenhang von Befunderhebung, Therapiezielfestlegung, Behandlung und Evaluation • Gestaltung des Erstkontaktes zu Patient*innen/ Klient*innen ICF – Klassifikation der WHO Elemente der mehrdimensionalen Befunderhebung • Anamnese und das Anamnesegespräch • Inspektion und Palpation • Funktionsuntersuchungen der unteren Extremität • Umfang- und Längenmessung der unteren Extremität • Bewegungsmessungen der unteren Extremität Dokumentation von Befundergebnissen Interpretation und Einordnung der Befundergebnisse Physiotherapeutische Behandlungstechniken Homöostasebegriff Reiz-Reaktions-Regulations-Prinzip Steuerung und Dosierung physiotherapeutischer Behandlungstechniken • Verbale und taktile Stimuli • Symptomorientierte Auswahl und Anpassung der Behandlungstechnik Grifftechniken • Gabelgriff und Schalengriff • Fixations und Bewegungshand Ausgewählte passive Behandlungstechniken • Therapeutische Lagerungen und Ausgangsstellungen • Passives achsengerechtes Bewegen der unteren Extermität Ausgewählte assistive, aktive und resistive Behandlungstechniken • Achsengerechte Bewegungen der unteren Extremität (in Rückenlage, Seitenlage, Sitz) • Komplexe Bewegungsmuster der unteren Extremität • Innen- und Außenzüglerschulung Klassische Massagetherapie Relevante anatomische Grundlagen • Anatomie der Haut • Lage und Verlauf relevanter Skelettmuskulatur (Insbesondere der Extremitäten und des dorsalen Rumpfes) Rahmenbedingungen/Voraussetzungen: • Räumlichkeiten • Patient*innen/ Klient*innen und Therapeut*innen • Lagerung in typischen Ausgangsstellungen, Hilfsmittel, • Hygiene, Ergonomie • allgemeine Indikationen und Kontraindikationen Befunderhebung • Inspektion von Haut, Muskulatur Haltung im Behandlungsgebiet • Palpation von Haut und Muskulatur im Behandlungsgebiet Grifftechniken • Streichungen, Knetungen, Reibungen, Klopfungen, Hautmobilisationen, Vibrationen, Schüttelungen, Walkungen Exemplarischer Behandlungsaufbau bei regionalen Anwendungen: • Rückenbehandlung • Schulter-Nacken-Behandlung • Behandlung der unteren Extremität • Behandlung der oberen Extremität Wirkung und Dosierung • Reiz-Reaktions-Regulationsprinzip • Spezifische Reaktionen von Haut, Unterhaut und Muskelgewebe (Durchblutung, Mobilisierung, Tonus etc.) auf Massagegriffe • Adäquate Reizauswahl bezogen auf Patientenbedürfnisse
Lernziele
Die Studierenden • nehmen über das Konzept des Clinical Reasoning die Komplexität der physiotherapeutischen Befunderhebung wahr und beschreiben ihre Bedeutung als Ausgangspunkt und Steuerungsgrundlage des Physiotherapieprozess zwischen Therapeut*innen und Patient*innen/Klient*innen; • erörtern die Prinzipien von Homöostase sowie die Auswirkungen von extrinsisch und/oder intrinsisch bedingter Überlastung der Selbstregulation des Körpers sowie von spezifischen Funktionsverlusten; • erfassen auf der Basis standardisierter Prozeduren, erste behandlungsrelevante Parameter systematisch und interpretieren diese vor dem Hintergrund physiologischer Normwerte; • ordnen erste Befunde der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zu; • beschreiben aktive und passive Eingriffshandlungen im Sinne einer zielgerichteten, symptombezogenen Reizsetzung auf der Basis des Reiz-Reaktions-Regulations-Prinzip; • benennen geeignete Interventionen zum Erreichen ausgewählter Behandlungsziele und demonstrieren diese in Zusammenarbeit mit Proband*innen; • wenden grundlegende krankengymnastische Grifftechniken und Übungen mit vorrangig lokaler und regionaler Wirkung im Bereich der unteren Extremität von Patient*innen/ Klient*innen an; • erläutern die Bedeutung einer exakten Behandlungsausführung und -steuerung für die Arbeitsergebnisse; • wenden Möglichkeiten der Elektrodiagnostik bei der Befunderhebung fachgerecht an; • wählen je nach Beschwerdebild von Patient*innen/ Klient*innen einen geeigneten Strom aus und begründen ihre Entscheidung; • erläutern und nutzen die Elektrostimulation zur Anregung nicht denervierter quergestreifter Skelettmuskulatur und zur Durchblutungsverbesserung; • erläutern die Anwendungsbereiche der Ultraschalltherapie – auch den Patient*innen/ Klient*innen – und wenden diese fachgerecht an; • schätzen die Dosierung und Wirkungsweise von Massagetechniken durch Eigen- und Fremdwahrnehmung ein; • führen einfache Massagetechniken der klassischen Massagetherapie an unterschiedlichen Körperregionen durch; • beschreiben einen exemplarischen Behandlungsaufbau regionaler Anwendungen.
Prüfungsleistung
• Klausur: 60 min (50 %) • Performance: Massage - 15 min (50 %)
Literatur (5)
- Bartrow K. (2015). Untersuchen und Befunden in der Physiotherapie. Untersuchungstechniken und Diagnoseinstrumente (2. Aufl.). Berlin: Springer.
- Kolster BC., Gesing V., Heller A., Winkelmann C. (Hrsg.) (2016). Handbuch Physiotherapie. Berlin: KVM Medizinverlag
- Zalpour C. (Hrsg.) (2010). Für die Physiotherapie –Anatomie Physiologie (3. Aufl.). München: Elsevier.
- Hüter-Becker, A., & Dölken, M. (2011). Physikalische Therapie, Massage, Elektrotherapie und Lymphdrainage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
- Reichert B. (2015.) Massage-Therapie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
Quelle: Modulbeschreibung der BTU · abgerufen 20.10.2026Original