Stationäre Kinder- und Jugendhilfe
Inpatient Support in Child and Youth Welfare
8 LPSoSeDE
Inhalte
• Überblick über berufsethische Richtlinien und ethische Reflexionskategorien • Anregung von Selbstreflexionsprozessen als zentralem Bestandteil von Professionskompetenz (Können, Wissen, berufliche Haltung) • Rechtliche Grundlagen der Jugendhilfe (SGB VIII, §§ 27, 34, 36, 41, 42) • Hilfeplanverfahren und Beteiligung aller relevanten Akteure • Aufträge und Ziele der stationären Jugendhilfe, inklusive Auftragsklärung und Zielentwicklung mit Familien und Jugendlichen • Pädagogische Haltung und Selbstverständnis, z. B. Ressourcenorientierung, konstruktivistische Sichtweise, Nähe Distanz Regulation • Eltern- und Angehörigenarbeit • Umgang mit Krisen • Umgang mit Delinquenz und Gewalt • Einblick in unterschiedliche Reflexionsinstrumente (z. B. Evaluation, kollegiale Beratung, Dokumentation) • Praktikumsvorbereitung
Lernziele
Professionelles Selbstverständnis: Die Studierenden können die Lebens- und Problemlagen von Zielgruppen der Sozialen Arbeit in der wechselseitigen Bedingtheit von individueller Anpassung und gesellschaftlicher Kontextualisierung verstehen. Sie kennen das dafür relevante Erklärungs- und Handlungswissen und sind in der Lage, Fachkonzepte und Arbeitsweisen (Methoden und Prinzipien) der Sozialen Arbeit anzuwenden und daraufhin zu überprüfen, ob sie den Erfordernissen des Handlungsfeldes oder der Zielgruppe gerecht werden. Stationäre Kinder- und Jugendhilfe: Die Studierenden können nach Durcharbeitung der Inhalte die rechtlichen Grundlagen der stationären Jugendhilfe gemäß SGB VIII sowie das Hilfeplanverfahren fachlich einordnen und erklären. Sie verstehen die Aufgaben und Ziele stationärer Erziehungshilfen, einschließlich der Bedeutung klarer Aufträge, realistischer Zielsetzungen und systemischer Betrachtung familiärer Dynamiken. Zudem können sie professionelle pädagogische Haltungen beschreiben, insbesondere Ressourcenorientierung, konstruktivistisches Denken, Nähe–Distanz–Regulation und beziehungsorientiertes Arbeiten. Weiterhin sind sie in der Lage, Chancen und Herausforderungen der Elternarbeit sowie typische Muster elterlichen Verhaltens zu analysieren und deren Bedeutung für gelingende Kooperation einzuschätzen. Abschließend können sie den fachlichen Umgang mit Krisen, delinquenzbezogenen Verhaltensweisen sowie das Konzept „Autorität durch Beziehung” erläutern und dessen Anwendung in der Praxis begründen. Praxisvorbereitung: Die Studierenden kennen die professionellen Anforderungen an ein Praktikum sowie die persönlichen und fachlichen Maßstäbe für eine geeignete Praxisstelle und ein erfolgreiches Praktikum.
Prüfungsleistung
Voraussetzung zur Modulabschlussprüfung: • Arbeitsfeldanalyse, 6-8 Seiten Modulabschlussprüfung: • Klausur, 60 Minuten
Literatur (4)
- Kieslinger, D./ Dressel, M./ Haar, R. (Hrsg.): Systemsprer*innen: Lambertus Verlag
- Gerhmann, U. (Hrsg.): Ressource Jugendhilfe. Systemische Sozialpädagogik in stationären Jugendwohngruppen: Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG
- Beck, N. (Hrsg.): Therapeutische Heimerziehung: Lambertus Verlag
- Schwabe, M. (Hrsg.): Eskalation und De-Eskalation in Einrichtungen der Jugendhilfe. Beltz Juventa
Quelle: Modulbeschreibung der BTU · abgerufen 15.10.2026Original