Ethik, Recht, Soziologie im Kontext interprofessioneller Hebammenarbeit
Interprofessional Midwifery in the Context of Ethics, Law and Society
6 LPWiSeDE
Voraussetzungen
Zwingend, im Wortlaut
Zur staatlichen Prüfung kann nur zugelassen werden, wenn die Vorlage eines Tätigkeitsnachweises nach § 12 HebStPrV entsprechend der Anlage 6 und 7 erfolgt.
Inhalte
• Personen- und situationsorientierte Kommunikation während des Betreuungsprozesses • Verantwortliche Gestaltung des intra- und interprofessionellen Handelns in unterschiedlichen systemischen Kontexten, Weiterentwicklung der hebammenspezifischen Versorgung von Frauen und ihren Familien sowie Mitwirkung an der Entwicklung von Qualitäts- und Risikomanagementkonzepten, Leitlinien und Expertenstandards • Reflexion und Begründung des eigenen Handelns unter Berücksichtigung der rechtlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen sowie Beteiligung an der Berufsentwicklung
Lernziele
Die Absolventinnen und Absolventen • tragen durch personen- und situationsorientierte Kommunikation mit Frauen, Kindern und Bezugspersonen zur Qualität des Betreuungsprozesses bei, • tragen durch ihre Kommunikation zur Qualität der interprofessionellen Versorgung des geburtshilflichen Teams und in sektorenübergreifenden Netzwerken bei, • gestalten und evaluieren theoriegeleitet Beratungskonzepte sowie Kommunikations- und Beratungsprozesse und • tragen durch zeitnahe, fachgerechte und prozessorientierte Dokumentation von Maßnahmen während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit zur Qualität der Informationsübermittlung und zur Patientensicherheit bei. • analysieren und reflektieren die hebammenrelevanten Versorgungsstrukturen, die Steuerung von Versorgungsprozessen und die intra- und interprofessionelle Zusammenarbeit, • entwickeln bei der Zusammenarbeit individuelle, multidisziplinäre und berufsübergreifende Lösungen vor allem für regelwidrige Schwangerschafts-, Geburts- und Wochenbettverläufe und setzen diese Lösungen teamorientiert um, • wirken mit an der interdisziplinären Weiterentwicklung und Implementierung von wissenschaftsbasierten, evidenzbasierten und innovativen Versorgungskonzepten während Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit und • wirken mit an der intra- und interdisziplinären Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Qualitätsmanagementkonzepten, Risikomanagementkonzepten, Leitlinien und Expertenstandards. • analysieren wissenschaftlich begründet rechtliche, ökonomische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und beteiligen sich an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen zur qualitätsgesicherten Hebammentätigkeit, • identifizieren berufsbezogene Fort- und Weiterbildungsbedarfe und erkennen die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens als einen Prozess der fortlaufenden persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung, • analysieren und reflektieren wissenschaftlich begründet berufsethische Werthaltungen und Einstellungen, • orientieren sich in ihrem Handeln in der Hebammenpraxis an der Berufsethik ihrer Profession und treffen in moralischen Konflikt- und Dilemmasituationen begründete ethische Entscheidungen unter Berücksichtigung der Menschenrechte und • entwickeln ein fundiertes berufliches Selbstverständnis und wirken an der Weiterentwicklung der Profession mit.
Prüfungsleistung
• Staatliche Prüfung: Mündlich, 20 min Die Gestaltung und Durchführung der staatlichen Prüfung erfolgt gemäß §§ 13, 18, 21, 24, 28 und 35 HebStPrV. Es gelten die jeweiligen Bestimmungen. Die Prüfung kann gemäß § 7 der PStO auch außerhalb der allgemeinen Prüfungszeiträume der BTU durchgeführt werden.
Literatur (9)
- AWMF online: Aktuelle Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). Zugriff unter http://www.awmf.org/leitlinien/aktuelle-leitlinien/ll-liste/deutschegesellschaft-fuer-gynaekologie-und-geburtshilfe-dggg.html.
- Krauss-Lembcke, S. (2020). Psychologie und Psychopathologie für Hebammen. Stuttgart: Hippokrates.
- Geist C., Hader U., Stiefel A. (2012). Hebammenkunde. Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. (5. Aufl.). Stuttgart: Hippokrates Verlag.
- Heller, A. (1998). Geburtsvorbereitung. Methode Menner – Heller. Stuttgart: Thieme.
- Illing S. (2008). Kinderheilkunde für Hebammen (edition hebamme). (4. Aufl.). Stuttgart: Verlag Hippokrates.
- Lippens, F. (2011). Geburtsvorbereitung. Eine Arbeitshilfe für Hebammen. Hannover: Staude.
- Mändle C., Opitz-Kreuter S. (2014). Das Hebammenbuch. Lehrbuch der praktischen Geburtshilfe. (6. Aufl.). Stuttgart, New York: Schattauer-Verlag.
- Stiefel, A., Brendel, K., Bauer, N. Hebammenkunde (2020). Thieme: Stuttgart.
- Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften & Berner Fachhochschule (2018). Schwangerschaft - Skills für Hebammen 1. Bern: hep Verlag. Schwangerschaft - Skills für Hebammen 1. Bern: hep Verlag.
Quelle: Modulbeschreibung der BTU · abgerufen 28.09.2026Original